Wissenschaftliche Erkenntnisse der Gehirntätigkeit

 

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Hirnforschung bieten eine fundierte Erklärung für die Prozesse, die bei Stress- und Lernerfahrungen ablaufen.

 

Diese Erkenntnisse können die Zusammenhänge zwischen seelischem und körperlichem Geschehen heute sehr gut erklären: Unser Gehirn ist ein großer Speicher, in dem sämtliche relevanten Informationen, die uns im Laufe des Lebens begegnen, gespeichert werden. Neu eintreffende Signale und Informationen werden verglichen mit bereits früher gemachten Erfahrungen. Dabei geht es keineswegs nur um unser Gedächtnis, in dem unser Wissen und unsere Erinnerungen gespeichert sind. Wir verfügen auch über ein emotionales Gedächtnis.  Dabei ist ein bestimmter Bereich des Gehirns von ganz besonderer Bedeutung: Die Amygdala, die in einem älteren Teil des Gehirns, dem so genannten limbischen System unterhalb des Großhirns, liegt. Die Amygdala ist unser emotionales Zentrum. Hier werden sämtliche neu eintreffenden Informationen binnen kürzester Zeit auf ihren emotionalen Gehalt hin abgeklopft und bewertet. Je nach dem, wie die Bewertung ausfällt, reagieren wir auf konstruktive und adäquate Weise – oder mit einer Stressreaktion: Angriff, Flucht oder Lähmung.

 

Stress an sich ist eine ganz normale Reaktion, die eine wichtige Schutzfunktion für uns hat. Bei Bedrohung werden, angeregt von der Amygdala, eine Reihe von Stresshormonen freigesetzt, die uns befähigen, auf die Situation angemessen zu reagieren. Gelingt es uns, durch unsere Reaktion die Bedrohung abzuwehren, beruhigt sich die Amygdala, und die Produktion von Stresshormonen wird heruntergefahren. Wir haben aus der Situation gelernt und Erfahrungen gesammelt, die uns in ähnlichen Situationen wiederum angemessen reagieren lassen. Ist uns dagegen – aus welchen Gründen auch immer - eine angemessene Reaktion verwehrt, und fühlen